Loggia-Sanierung Teil I

Wände, Fenster und maßgefertigte Kastenelemente

Loggia-Sanierung Teil 1 Wände, Fenster und maßgefertigte Kastenelemente

Mein Loggia hat einige Merkmale, die mir nicht gefallen: Das Geländer ist mit Wellblech verkleidet. An Tür und Fenstern wurde ein Sicherheitsgitter angebracht, da die Wohnung im Erdgeschoss liegt. Eine Blechwand trennt die Loggia vom Nachbarn. Die Fliesen auf dem Boden stammen aus den 70er Jahren und sind dementsprechend nicht mehr zeitgemäß.

1. Arbeitsschritt

Austausch der Gitter gegen Rollläden
  • Ich konnte im Rahmen eines Sonderangebots Rollläden für meine Tür (90 x 230cm) und mein Fenster (120 x 140cm) günstig erwerben. Sie sind mit Aluminiumlamellen, Fliegengittern und einem Motor ausgestattet und kosteten mich insgesamt 520€.
  • Die Demontage der alten Gitter war sehr einfach, da einige der Schrauben bereits locker waren. Nun überlege ich, was ich mit den alten Gittern mache, da ich sie nicht im Keller lagern möchte, wo ich ohnehin wenig Platz habe.
  • Nachdem ich die Gitter entfernt hatte, fiel mir auf, dass das Fensterbrett verrostet und nicht befestigt war, da es aus Blech bestand und das Gitter einfach darauf stand. Ich habe sofort ein neues Fenterbrett in Anthrazit besorgt.

2. Arbeitsschritt

Fehler und Probleme
  • Ärgerlich war, dass die Feder, die das Fliegengitter aufrollt, kaputt war.
  • Außerdem verfügten die Rollos über keine Hochschiebesicherung, die ich mit einer Eigenkonstruktion aus dem 3D-Druck nachrüsten konnte.
  • Leider habe ich nicht darauf geachtet, dass beide Rollladenkästen die gleiche Größe haben.
Eigenhändige Rollladen-Reparatur und -Verbesserung
  • Nachdem der Verkäufer nicht auf meine E-Mails wegen der defekten Fliegengitterfeder reagierte, habe ich die Reparatur selbst vorgenommen. Ich habe das defekte Stück abgeschnitten, die Feder neu auf der Halterung befestigt und das Ganze wieder eingebaut. Nun funktioniert alles einwandfrei.
  • Da die Rollos keinen Hochschiebeschutz hatten, habe ich ein paar selbst gedruckte Teile aus dem 3D-Drucker an der Welle angebracht, in die die Lamellen eingehängt werden. Dadurch wird ein Hochschieben der Rollos verhindert oder zumindest stark erschwert. Zuvor konnte ich sie mühelos um fast 60cm hochschieben, jetzt sind es nur noch 7cm.

3. Arbeitsschritt

Gestaltung der Fassade
  • Die Fassade wird nun um das Fenster und die Tür angebracht. Dafür habe ich dunkelgraue Terrassendielen von IKEA in einzelne Schindeln geschnitten. Für die Montage an der Wand habe ich eigene, 3D-gedruckte Halterungen hergestellt, die mit Montagekleber und einer Schraube an der Wand befestigt werden. Die Schindeln werden dann einfach auf diese Halter gesteckt. Ich werde später entscheiden, ob ich die Schindeln zusätzlich verklebe.
  • Insgesamt habe ich fünf Packungen gekauft, aus denen ich zunächst 150 Schindeln hergestellt habe. Für die Montage der Schindeln habe ich 300 Halterungen gedruckt – was gefühlt eine halbe Ewigkeit gedauert hat. Diese Menge dürfte vorerst genügen, aber zur Sicherheit habe ich noch eine nahezu volle Packung Schindeln, die ich bei Bedarf zuschneiden kann.
  • Nachdem alle Schindeln vorbereitet sind, können sie mit den bereits drei vorhandenen Halterungen angebracht werden, aber zuvor muss noch die neue Rollladenkastenabdeckung gebaut werden.

4. Arbeitsschritt

Individuelle Abdeckung für Rollladenkästen
  • Um den optischen Mangel der ungleich großen Rollladenkästen zu beheben, konstruiere ich eine neue, aufklappbare Abdeckung. Diese fertige ich aus Aluminiumwinkeln und Reststücken von Klickvinyl an, sodass sie bei Bedarf jederzeit Zugang zu den Rollläden ermöglicht.
  • Darauf werden die gleichen Schindeln wie auf der Fassade montiert. So wirken die Rollladenkästen optisch wie eine elegante Unterputz-Lösung, wodurch ein einheitliches Gesamtbild entstehen soll.
Maßnahmen gegen Insekten
  • Nachdem ich bei mehrmaliger Betätigung der Rollläden Käfer bemerkte, die aus den Kästen krabbelten, habe ich Bürstenleisten auf dem Deckel montiert. Diese dichten den Spalt zwischen Abdeckung und Rollladenpanzer ab.
  • Zwischen Rollladen und Fliegengitter besteht jedoch weiterhin ein kleiner Spalt, für den ich bisher noch keine geeignete Lösung gefunden habe.

5. Arbeitsschritt

Montage der Fassadenschindeln
  • Die vorbereiteten Schindeln werden nun mithilfe meiner speziellen Halterungen an die Wand montiert. Ich nutze hierfür Montagekleber und eine Schraube; die Schraube dient dabei hauptsächlich dazu, den Halter an den Putz zu drücken, da sie dort keine tragende Funktion erfüllt.
  • Nach zwei Tagen Arbeit sind alle 150 zugeschnittenen Schindeln verbraucht. Obwohl noch eine Menge an Reststücken vorhanden ist, bin ich von der Fertigstellung noch weit entfernt, da mir schätzungsweise 60 Schindeln fehlen.
  • Die rechte Seite der Tür stellt eine besondere Herausforderung dar, da ich hier 3cm breite Stücke passgenau in die Ecke einsetzen muss. Eine weitere Schwierigkeit ist die linke Seite der Tür, die eine Schräge von 101° aufweist. Für beide Bereiche ist somit die Anfertigung spezieller, maßgeschneiderter Halterungen notwendig.
  • Nachdem 70 weitere Schindeln und fast 100 Halterungen fertiggestellt waren, konnte ich mit der Montage fortfahren.
  • Obwohl nach drei Stunden alle Schindeln verarbeitet waren, ist die Fassade noch immer nicht fertiggestellt. Daher muss ich wohl noch eine weitere Packung bei IKEA besorgen.

6. Arbeitsschritt

Fassadenverkleidung und die Schindellampe
  • Mit insgesamt 225 montierten Schindeln und über 400 Halterungen (für die 4 kg Filament verbraucht wurden) ist die Hauptverkleidung der Fassade nun abgeschlossen. Als Nächstes folgen die Winkelleisten zur sauberen Eckgestaltung.
  • Rechts von der Tür ist mir ein kleines Missgeschick unterlaufen, wodurch der verbleibende Platz nicht mehr für eine ganze Schindel ausreicht. Anstatt eine schmale Anpassung vorzunehmen, werde ich nun versuchen, aus einer Schindel eine Lampe zu fertigen und den Bereich damit kreativ zu beleuchten.
  • Ich habe eine Schindel bearbeitet, indem ich an den Seiten V-förmige Ausschnitte entfernt habe, um sie an dieser Stelle um 90° biegen zu können. Währenddessen hat der 3D-Drucker zwei passende Halterungen für die LED-Lampen (deren Herkunft mir nicht mehr einfällt) erstellt. Für die Wandmontage wurden ebenfalls eine eigene Halterung gedruckt.

7. Arbeitsschritt

Fensterrahmen-Verkleidung mit 3D-Druck-Halterungen
  • Zwischen Fensterrahmen und Rollladenschienen habe ich bewusst einen 2cm breiten Spalt gelassen, um den Fensterrahmen verkleiden zu können. Dafür habe ich Alublechwinkel in Anthrazit und Alu-U-Profile besorgt.
  • Zuerst werden die U-Profile im Spalt befestigt. Spezielle Halterungen dienen zur Fixierung der Aluschiene: Eine Schraube drückt die Halterungen auseinander, sodass sie als Keil wirken und die Schiene fixieren.
  • Zur Befestigung der Anthrazit-Blechwinkel werden 3D-gedruckte Halterungen in die Schienen geklebt. Es kommen zwei Profile zum Einsatz: Sie werden jeweils einmal nach innen und einmal nach außen ausgerichtet, sodass der Türstock und die Alu-Schiene vollständig verdeckt sind.
  • Die finalen weißen Bereiche an Tür und Fenster wurden wie geplant mit anthrazitfarbenen Blechwinkeln verkleidet, um ein durchgängig harmonisches Gesamtbild zu erzielen.
  • Allerdings waren keine passenden Blechwinkel verfügbar. Daher musste ich die vorhandenen Profile um 6 mm kürzen. Um dabei einen sauberen, geraden Schnitt mit dem Nager (Knabber) zu gewährleisten, habe ich eigens eine aufsteckbare Führung konstruiert.

8. Arbeitsschritt

Der neue Abstellraum mit Rollladen-Tür und PVC-Paneele
  • Als Nächstes wird ein Abstellraum errichtet, dessen Zugang durch einen Rollladen als Tür realisiert wird. Hierfür muss die ohnehin beschädigte Markise demontiert werden, um den Rollladen montieren zu können.
  • Da das Alublech des Rollladens sehr weich ist, muss ich zur Verstärkung zusätzliche Aluschienen anbringen. Auf diesen Schienen ist zusätzlich eine Bürstenleiste montiert, die als Schutz vor ungebetenen Krabbeltieren dient. Abschließend wird der gesamte Rollladenkasten mit Schindeln verkleidet.
  • Die Wand zum Geländer hin, die aus PVC-Paneelen und einer OSB/3-Platte besteht, wird an zwei Seiten unterschiedlich montiert. An der Rollladenschiene wird ein Winkelprofil angenietet, das als Führung dient, um die Paneele und die OSB/3-Platte einzuschieben. An der gegenüberliegenden Metallwand erfolgt die Fixierung hingegen durch Montagekleber.
  • Zur Vorbereitung werden zunächst OSB-Platten an der Fassade montiert, um die anschließende Befestigung der Fächer zu erleichtern.
  • Zusätzlich wird die Blechwand zum Nachbargrundstück hin ebenfalls mit OSB/3-Platten verkleidet. Die Maßnahme dient hier primär der Schalldämmung, um den Lärm, der beim Ein- und Ausräumen der Fächer entsteht, deutlich zu reduzieren.

9. Arbeitsschritt

Finale Wandverkleidung: Weiße PVC-Paneele
  • Zur Schaffung einer durchgehend gleichmäßigen weißen Wandfläche wird nun die Verkleidung der restlichen Fassade und der Trennwand zum Nachbarn mit PVC-Paneelen abgeschlossen. An den Ecken und Enden der Paneele werden PVC-Winkelleisten angeklebt. Diese dienen der optischen Veredelung, indem sie die Schnittkanten der Paneele sauber abdecken.
  • Wichtig: Für die Befestigung muss unbedingt ein Montagekleber verwendet werden, der explizit für nicht saugende Materialien geeignet ist. Dies ist entscheidend, da die raue Struktur der Fassade den Untergrund dennoch als nicht saugend klassifiziert.

  • Die Loggia ist mit den Rollläden und der Wandverkleidung vorerst fertiggestellt. Da nun der Winter Einzug gehalten hat, wird das Projekt pausiert.
  • Die Arbeiten werden erst im Sommer mit der Fertigstellung der Decke mit Beleuchtung, der Senkrechtmarkise und des Bodens fortgesetzt.
  • Der Ausbau des Kastens wird als separates Projekt behandelt und dokumentiert. Abhängig von milderen Temperaturen könnte dieses Vorhaben bereits an wärmeren Wintertagen begonnen werden.

Die folgenden Dinge wurden verwendet